Es muß einer dieser verregneten, naß-kalten Tage gewesen sein - von denen es in Bremen zum Glück höchstens 250 im Jahr gibt - als ein Häuflein sonnenentwöhnter WTler in ihrer Stammkneipe alkoholgeschwängerten Träumereien über die Verbindung von Angenehmem und Nützlichem nachgingen. Noch konnten Sie nicht ahnen, was es für Folgen haben würde, als Otfried einen bemüht visionären Gesichtsausdruck aufsetzte und sie mit diffusen Fachbegriffen wie „Strand“, „Trainieren mit Sonnenbrille“ und „ganz feine Mojo“ konfrontierte.
Verstanden haben ihn nicht alle, aber es muß überzeugend gewesen sein, denn keine vier Monate später fanden sich 12 WT-Pioniere auf La Palma ein - ganz nebenbei eine der faszinierendsten Inseln der Welt, die sich geschickt im Windschatten der übrigen kanarischen Touristenzentren versteckt hält.
Inmitten einer Apartmentanlage, die man keinem Reisekatalog abgenommen hätte, wurden
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14 Tage lang einige bisher trainingsuntypische Grenzerfahrungen gesammelt... Welche?!
Nun, zum Beispiel:
Sonnenbrand beim Chi-Sao
Swimmingpool statt Dusche
Steigerung der Nehmerqualitäten, weil man sich nicht zwischen Blick auf’s Meer, Blick auf die Berge oder Blick auf den Trainingspartner entscheiden kann (...und dieser sich früher entschieden hat)
Aber im Ernst: Otfried hatte für uns nicht nur eine Reise in eine paradiesische Umgebung organisiert, er hatte auch ein Trainingsprogramm zusammengebastelt, das keine Wünsche offen ließ.
Gezielt und gut aufeinander aufbauende Themenbereiche des WingTsun wurden in Kleingruppen in einer Intensität - und doch Lockerheit - bearbeitet, wie es 2mal pro Woche in einer schweißgetränkten Trainingshalle gar nicht möglich sein kann. Und so streckte sich das auf eigentlich 1,5 Stunden angesetzte morgendliche und abendliche Training auf der Panoramaterasse der Anlage oft unversehens auf weit über 2 Stunden - bis die einbrechende Dunkelheit oder (viel schlimmer) der knurrende Magen nachdrücklich in Erinnerung riefen, daß auch dieser Tag ja schon mit anstrengenstem Sonnenbaden, schweißtreibenden mittäglichen Selbstversuchen auf dem Tenniscourt oder beschaulichen Inselerkundungen („Heute mal Lavafelder, lianenbehangene Schluchten, Schneeballschlacht auf dem Gipfel - oder doch lieber gleich an den Strand?!“) ausgefüllt war.
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